Wissenschaft für jedermann: Verkehrsdynamik und -simulation - mit Mathematik gegen den Stau
→
Europe/Berlin
Deutsches Museum, Ehrensaal
Deutsches Museum, Ehrensaal
Description
Dr. Martin Treiber, Technische Universität Dresden, Lehrstuhl für Verkehrsökonometrie und -statistik
Dem ersten Anschein nach haben Verkehrsflüsse von Autos, aber auch Fußgängern, nichts mit Physik oder mathematischer Genauigkeit zu tun: Schließlich spielen Menschen dabei die Hauptrolle. Betrachtet man jedoch kollektive Phänomene wie Verkehrszusammenbrüche und Stauwellen, kommt es auf die Vielfalt der verschiedenen Fahrstile und Fahrzeuge und der teils irrationalen Fahrer-Entscheidungen gar nicht mehr an: Ebenso wie sich Schallwellen präzise beschreiben lassen, ohne die einzelnen Kräfte zwischen den Sauerstoff-, Stickstoff- und CO2-Molekülen der Luft zu kennen, reichen auch im Verkehr einige Mittelwerte aus, um Stauwellen mathematisch zu beschreiben: Aus den Molekülen werden einzelne Fahrzeuge und ihre Fahrer. Die physikalischen Kräfte werden zu »sozialen Kräften« der Fahrer, welche ein Ziel erreichen und dabei einen Zusammenstoß vermeiden wollen.
Dieser Vortrag beschreibt, wie man mittels Fahrverhaltensmodellen individueller Fahrer zu einer Beschreibung von Verkehrszusammenbrüchen und Stauwellen kommt. Anhand von interaktiven Computersimulationen wird gezeigt, welche Faktoren Verkehrszusammenbrüche und Stauwellen begünstigen und wie man sie vermeiden kann. Sie lernen dabei, dass manchmal Tempolimits den Verkehr beschleunigen können (»langsamer ist schneller«), während eine Zuflussdosierung den Verkehrsdurchsatz erhöhen kann (»weniger ist mehr«). Schließlich lernen Sie die Tücken verkehrsabhängiger Navigation kennen. wann: Mittwoch, 16.10.2013, 19 Uhr wo: Deutsches Museum, Ehrensaal
Eine Veranstaltung des Deutschen Museums in Zusammenarbeit mit dem Physik Department der TU München und dem Exzellenzcluster Universe.